Geld und Burnout: Der Weg raus

Der Zusammenhang liegt auf der Hand: Menschen verausgaben sich bei der Arbeit unter anderem deshalb, um immer mehr Geld zu verdienen.

Das Burnout der Geldwirtschaft – die Finanzkrise stellt eine akute Stufe dar: Die Verleugnung der weiteren Folgen für uns, die Realwirtschaft und für die Ökologie, wenn ohne Regeln weiter spekuliert wird. Hier sehe ich mich bestätigt in der Auffassung, dass das Geld auch Spiegel der Menschen und ihrer Entwicklung ist.

Es fängt bei uns Menschen an, wir haben das Geld geschaffen und als Konsumenten tragen wir auch bei zur Entwicklung der Geldwirtschaft: Es muß immer schneller, billiger, größer, mehr sein …

Wie kommen wir aus dieser Spirale heraus?

Seit dem Beginn der Finanzkrise fällt mir auf, dass Zukunftsforscher wie Gerald Celente (USA), namhafte Persönlichkeiten aus der Beraterszene wie Fredmund Malik und hoch angesehene Bankiers die Auffassung, alles sei mit Logik berechenbar, erklärbar, vorhersehbar, mit überzeugenden Argumenten widerlegen. Und sie kommen alle zum selben Schluss.

Den Anfang nahm Nassim Taleb mit seinem immer häufiger zitierten Buch aus 2007: „Der Schwarze Schwan“. Nur mit Logik könne man trotzdem nicht ausschließen, dass es einen „Schwarzen Schwan“, Synonym für den SuperGAU, geben kann, sprich: dass Staaten bankrott gehen, die Börsen crashen, das Geldsystem kollabiert.

Aber Schwarze Schwäne kann es natürlich auch in unserem Berufs- oder im privaten Umfeld geben. Und da macht Dr. Hummler, ein Schweizer Privatbankier und der „Philosoph“ in der Szene, eine interessante Beobachtung bei seinen betuchten Kunden: Die Folgen unvorhergesehener materieller oder familiärer Katastrophen bei „perfekt rational optimierenden Vermögenden“ seien desaströs, da diese Menschen plötzlich völlig hilflos und isoliert seien und in einen Zustand verfielen, der wohl als Burnout bezeichnet werden kann.

Die jüngste Aussage kommt von Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ und Meinungsmacher in Deutschland. Er spricht von der sogenannten „Ich – Erschöpfung“ durch das uns aufgezwungene Multitasking. Er zeigt in seinem Buch: „Payback“ viele Beispiele, die seine These beweisen, dass der technische Fortschritt im Digitalen Zeitalter uns letztendlich krank macht und sogar unser Hirn verändere.

Beim Lösungsvorschlag sind sich die aus ihrer jeweiligen Disziplin hervorstechenden Experten einig: Sie, Du und ich, wir müssen die rein menschlichen Fähigkeiten leben und pflegen, die Computer nicht ersetzen werden: Kreativität, Respekt und Geistesgegenwart.

Und der Schweizer Bankier zitiert den Philosophen Feyerabend: „Was zählt, sind einige Freunde da und dort – das ist alles“. So einfach ist das, beunruhigend bezogen auf das Vertrauen in das Geldsystem, aber letztlich doch sehr sympathisch, weil wir das alle umsetzen können und es nichts mit Geld zu tun hat!

Leben wir unsere Ur – Tugenden, dann können wir auch Schwarzen Schwänen begegnen, ohne aus der Bahn geworfen zu sein. Dann sind wir krisentauglich.

© Verena Florian / Graz, Jan. 10

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