Alle Jahre wieder… kommt der Weihnachtsstress. Das muß nicht sein!

Freuen Sie sich schon auf Weihnachten? Diese Frage löst wohl bei den meisten Erwachsenen gemischte Gefühle aus. Aber ganz besonders bei jenen, die sich die Geschenke zu Weihnachten nicht leisten können. Aus Pflichtgefühl werden kurzlebige Konsumgüter für Familie und Freunde gekauft, dafür eine Kontoüberziehung riskiert oder sogar ein Kredit aufgenommen. Spätestens im nächsten Jahr holt sie die Realität ein. Wenn das Fest vorbei ist, sind die Schulden immer noch da.

Zu keiner Zeit im Jahr sind die Erwartungshaltungen so hoch wie zu Weihnachten. Unsere Sehnsucht nach Harmonie, Ruhe und Zufriedenheit  wollen wir an den Tagen des Advents und zu Weihnachten  endlich ausleben und  meinen sogar, uns Weihnachtsstimmung erkaufen zu können.

Geld und Konsum haben eine Dimension erreicht, die unser Leben tiefgreifend prägen. Selbstwertgefühl, Liebesbeweise oder Glücksgefühle verbinden wir unmittelbar mit unserer Kaufkraft. Die Überforderung durch Konsum ist das ganze Jahr über auf einem hohen Niveau, aber um die Weihnachtszeit erreicht sie ihre Spitze.  Mit Geschenken wollen wir nicht nur unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringen, sondern auch zeigen, was wir uns leisten können. Je ausgefallener, exklusiver und beeindruckender die Geschenke sind, desto besser. Viele gehen zu Weihnachten über die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit.

Im Idealfall werden Reserven locker gemacht, die man das Jahr über angespart hat, oder  man verwendet das Weihnachtsgeld. Gerald Florian von Florians Geldcoaching weiß aber aus Erfahrung mit Klienten: „Sehr viele suchen leichtfertig in einer Kontoüberziehung oder sogar einem Kredit die Lösung. Die meisten Geschenke sind Konsumgüter und damit vergänglich, diese auf Pump zu kaufen, ist mit Sicherheit die teuerste Option, auch wenn es durch viele Lockangebote leicht gemacht wird.“  Die Rückzahlung ist oft schwierig oder unmöglich, da der finanzielle Spielraum ohnehin durch viele monatliche Verpflichtungen ausgenutzt ist.

Einige Tipps von Florians Geldcoaching, wie man der Schuldenfalle zu Weihnachten entkommt:

–            Mit einer Haushaltsrechnung überblickt man seine finanzielle Situation – das ganze Jahr  über. Damit weiß man auch, was man sich zu Weihnachten leisten kann.

–            Für Weihnachten sollte rechtzeitig ein eigenes Budget festgelegt werden.

–            Eine Geschenkeliste hilft, im Rahmen des Budgets zu bleiben.

–            Keinen Lockangeboten wie: „Kauf jetzt- zahle später“ erliegen! Wofür man heute kein Geld hat, hat man mit sehr großer Wahrscheinlichkeit  auch in drei Monaten keines.

–            Auch die Kosten für den Einkauf der Lebensmittel  sind  nicht zu unterschätzen. Sie sollten geplant und rechtzeitig erfolgen, sonst schlagen sich zumeist teure  „Hamsterkäufe“ spürbar im Budget nieder.

Mit Geschenken möchten wir  Beziehungen pflegen. Geld ist die alles dominierende Währung, in der wir zu denken gewohnt sind.  Mit Kreativität, Aufmerksamkeit und unserem bedeutendsten Luxusgut, der Zeit,  stehen uns Leitwährungen zur Verfügung, die wir gar nicht großzügig genug verschenken können.

Ideen für Geschenke, die wenig oder gar kein Geld kosten:

–            Ein Kochbuch oder Jahres – Kalender mit Lieblingsrezepten verfassen;

–            Krimidinner – eignet sich  für den gesamten Freundeskreis;

–            Babysitting für junge Eltern (meine Schwester sucht händeringend, wenn ich in der selben Stadt leben würde, wäre das mein Geschenk);

–            Unterstützung bei der Gartenarbeit (ist für ältere Menschen ein Segen!);

–            Einladung zu einem gemütlichen DVD-Abend mit gutem Essen;

–            Eine spezielle Führung in der eigenen Stadt;

–            Fahrdienste und Entrümpelungen (ist für ältere Menschen ein Segen!);

–            Urlaubsbetreuung von Tieren (ist für Familien mit Tieren ein Segen!);

Selbst gemachte Geschenke sind nicht nur einzigartig, sie zeigen ganz besondere Wertschätzung. Dabei kommt es nicht auf die Geldbörse, sondern auf die Phantasie an.Wenn diese Geschenke witzig und liebevoll verpackt sind, machen sie große Freude!

Die  Frage nach dem richtigen Geschenk sollte jeder auf  individuelle Weise beantworten und sich nicht von falsch verstandenem Konsumdenken leiten lassen. Gelungen ist es dann, wenn es beiden Seiten Freude macht.

(Dieser Text wurde von Monika Kräftner verfasst und von Verena Florian ergänzt, Bild: by_Lilo Kapp_pixelio.de)

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